Die Hamletmaschine

Tickets
Adresse Schumannstr. 13a, Berlin
Tags Alternativ
Eintritt € 3–20
Webseite des Events www.deutschestheater.de…
Webseite des Ortes www.deutschestheater.de
Dauer 60 min
Regie Dimiter Gotscheff
Premiere 8.9.2007
Autor*in Heiner Müller

Besetzung: Alexander Khuon, Valery Tscheplanowa

Deutsches Theater zeigt jedes Jahr am 26. April Heiner Müllers Hamletmaschine. Fast 13 Jahre ist es her, dass Dimiter Gotscheff das Stück inszenierte und darin auch selbst auf der Bühne stand: ein "hoch konzentriertes Wort-Theater" (Berliner Zeitung). Zu einem Gastspiel in Havanna konnte er im Herbst 2013 nicht mehr mitreisen, trug aber dafür Sorge, dass eine Version gezeigt werden konnte, die seine Passagen per Video einspielte. Aus Anlass von Gotscheffs 76. Geburtstag ist diese Variante seiner legendären Inszenierung nun noch einmal am Deutschen Theater zu sehen.

Heiner Müllers 1977 entstandener Text Die Hamletmaschine basiert auf seiner jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit Shakespeare. Parallel zu seiner Übersetzung von Hamlet für eine Inszenierung von Benno Besson am Deutschen Theater schrieb er diesen fremdartigen und rätselhaften Text. Er nimmt Figuren und Schlüsselszenen aus Shakespeares Stück auf, verzichtet aber beinahe ganz auf Handlung und Dialog. In einem alptraumartigen Szenarium in fünf auch formal unterschiedlichen Textfragmenten erscheinen unter anderem Hamlet beziehungsweise ein Schauspieler, der Hamlet spielt, und Ophelia als gespenstische Widergänger realer historischer Personen. Unterschiedliche und gegensätzliche kollektive Erfahrungen prallen aufeinander, viele Bezüge zu historischen Ereignissen der europäischen Geschichte und der Geschichte des Kommunismus nach dem 2. Weltkrieg stellen sich her. An der Figur des Hamlet interessierte Müller "das Versagen von Intellektuellen in bestimmten historischen Phasen, das vielleicht notwendige Versagen von Intellektuellen, ein stellvertretendes Versagen". Die innere Zerrissenheit des Hamletdarstellers, der sich bei dem Aufstand in Budapest 1956 "auf beiden Seiten der Fronten, zwischen den Fronten, darüber" sieht, mündet im Scheitern des Autors beim Schreiben eines Shakespeareschen Dramas und in dem Versuch der Revolte von Ophelia. Die Frontlinie verläuft nicht mehr zwischen Ost und West, sondern zwischen “den Metropolen der Welt” und den kolonialisierten Ländern.

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